1. Mose 33 Jakob begegnet Esau

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  • Beim letzten Mal hatten wir gelesen, dass Gott selbst Jakob aufgefordert hatte, wieder zurück zu seiner Familie ins verheißene Land zu ziehen. Bisher hatte er darauf gewartet, dass die Mutter ihn holen ließe - dies war jedoch nicht geschehen. Aber nun, da er die Berufung dazu von Jehova bzw Jahwe selbst bekommt, zieht er mit seiner Familie los. Es gab Ärger mit dem Schwiegervater, aber auch hier steht ihm sein Gott zur Seite - er hatte es ihm ja auch zugesagt.

    Aber dann kommt ihm zu Ohren, dass ihm Esau bereits entgegenzieht und das mit einer großen Gruppe von Männern und dies macht ihm Angst, denn es könnte auch eine Kriegserklärung sein. Daher schickt er ihm in mehreren Etappen Geschenke entgegen, um den Bruder versöhnlich zu stimmen. Am Abend vor der Begegnung mit Esau hat Jakob eine Begegnung der anderen Art: er ringt mit Gott um den Segen, gewinnt und sein Name Jakob wird in "Israel" abgeändert - was "mit Gott und den Menschen gestritten" bedeutet und "Gott streitet für sie". Soviel zu dem, was vorher geschah


    Unter der Woche haben wir dann 1. Mose Kapitel 33 gelesen und waren live dabei, als sich Jakob und Esau begegnet sind ....

    Als erstes lesen wir die Verse 1 bis 20 und erfahren, dass Jakob seine Familie in 4 Gruppen aufteilt, jede Frau mit ihren Kindern. Aber bedeutet das, dass Jakob feige ist und sich hinter Frau und Kindern versteckt? Nein, denn in Vers 3 lesen wir, dass Jakob vor ihnen her geht. Falls Esau weiterhin feindlich gesinnt ist, würde Jakob als erstes sterben.

    Wir erinnern uns, dass er Angst hatte, wegen der Menge an Männern, die Esau begleiten. Aber nun sehen wir, dass das Gegenteil passiert: Esau rennt ihm entgegen und umarmt ihn. Eine Geste der Demütigung, denn zu der Zeit und in der Kultur würde kein hoher Herr irgendjemanden entgegen rennen, ein Aspekt, den wir bereits aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn kennen, wo der Vater dem "treulosen" Sohn entgegen rennt - ein Zeichen seiner innigen und bedingungslosen Liebe. Auch hier rennt der Bruder Jakob entgegen, es ist ihm egal, was die anderen von ihm denken. Das muss Jakob fast umgeworfen haben, rechnete er doch mit Feindschaft.

    Nun stellt Jakob ihm seine Familie vor. Und wieder wird er erstaunt, denn Esau will die Geschenke nicht haben, "ich habe viel". Aber Jakob sagt, er solle es ruhig behalten, denn "ich habe alles" (Verse 9-11). Ja, Jakob hat alles, was sein Herz begehrt und das, obwohl er kein Haus usw hat, "Gott hat für alles gesorgt".

    Wie steht es mit uns persönlich? Haben wir "viel" oder "alles"? Es ist eine Sache der inneren Einstellung und dessen, worauf wir unseren Blick gerichtet halten


    Esau möchte nun gemeinsam mit Jakob weiter ziehen, aber dieser lehnt ab. Warum?

    Zum einen geht es um das junge Vieh und die kleinen Kinder, die nicht so schnell laufen können und die ganze Truppe nur aufhalten würden (Verse 13-14). Aber es geht auch um das Land. Esau zieht nach Seir - das ist das Gebirge, das Jehova Gott Esau als Erbe versprochen hatte - "das ist ja DEIN Land, da will ich nicht hin. Ich will in das Land, das Gott MIR versprochen hat" (frei nach Pape ) und er zieht nach Sukkoth (Vers 16-17).

    Der Name, den er dem Ort gibt - Sukkoth - bedeutet "Hütten". Kommt uns dies bekannt vor? Er erinnert und an das Laubhüttenfest, das die Juden jährlich feiern.

    Interessant, dass Jakob hier sesshaft wird, denn in Vers 17 lesen wir, dass er sich ein Haus baut. Eigentlich sollte es ja eine vorübergehende Sache sein. Von Sukkoth zieht er nach Sichem, er lagert vor der Stadt und kauft sich ein Feld - obwohl ihm Gott das ganze Land verheißen hatte (Vers 19).
    Woran erinnert uns das?

    Joseph wird später auf diesem Feld begraben und Jesus war "auf dem Feld Jakobs", er spricht mit der Samaritern am "Jakobsbrunnen"


    Das war es schon wieder, es war wie immer viel Neues dabei, auch nach mehreren malen die Bibel lesen . Eigentlich könnten wir die Geschichte mit "unser Verhältnis zu Gott" überschreiben, denn es gab heute zwei wichtige Lehrpunkte:
    ⁃ haben wir genug, oder haben wir viel? Worauf halten wir unseren Blick gerichtet? Und
    ⁃ er wusste: Gott kämpft für ihn, ER würde für alles sorgen, was er benötigte, das war es, was ihn so ruhig machte


    Lassen wir diese Gedanken mal richtig in uns sacken. Nächste Woche geht es weiter mit 1. Mose 34 und Dina und Sichem, keine so schöne Geschichte aber mit vielen interessanten Aspekten für uns heute. Es bleibt also spannend

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