Was ist „die erste Liebe“, die sie verlassen hatten?

  • Beim nächsten Mal haben wir nach einer kurzen Wiederholung Offenbarung 2:3+4 betrachtet - es ging um "die erste Liebe"


    „Weil du dich zu mir bekennst, musstest du geduldig Schweres ertragen, und du hast niemals aufgegeben. Aber eines habe ich an dir auszusetzen: Von deiner anfänglichen Liebe ist nicht mehr viel übrig.“
    ‭‭Offenbarung‬ ‭2:3-4‬ ‭HFA‬‬


    Aber zunächst mal fragen wir uns, worin sie "ausgeharrt und nicht müde geworden" sind (ELB1905)?


    Was hatten wir denn beim letzten Mal herausgefunden, welche Zustände in Ephesus herrschten? Wir hatten gelesen, dass Ephesus die Hauptstadt der Arthemis war und sie ständig mit Götzendienst und Verfolgung konfrontiert waren. Dennoch hielten sie unermüdlich an ihrem Glauben fest, auch wenn dies bedeutete, dass sie in der Arena wilden Tieren vorgeworfen wurden, zur Belustigung der Menge.


    Dass sie trotz all dem treu an Christus festhielten und ihn verkündeten war echt eine tolle Sache, trotzdem hat er gegen sie, "daß du deine erste Liebe verlassen hast.“ Offenbarung‬ ‭2:4‬ ‭ELB‬‬



    Was ist denn der Unterschied zwischen der ersten Liebe und dem Normalzustand? Und wie kann man sich die erste Liebe erhalten?


    Die erste Liebe können wir mit der Verliebtheit vergleichen: wir wollen ständig mit dem anderen zusammen sein, unser ganzes Leben dreht sich darum, wir reden laufend von ihm. Dieser Zustand hält allerdings nur 2-3 Jahre an und dann haben wir mit einem mal nicht mehr die rosarote Brille auf und sehen den anderen so, wie er wirklich ist. Spätestens wenn die ersten Probleme auftauchen, wird es kritisch und wir müssen an unserer Liebe arbeiten. Der Alltag tötet schnell die erste Verliebtheit ab, wir sehen den Partner mit all seinen Ecken und Kanten.


    Gott hat vorgesehen, dass Mann und Frau sich verlieben, heiraten und ihr ganzes Leben zusammen verbringen. Was, wenn nun Probleme auftauchen - besonders, wenn schon Kinder vorhanden sind?


    Wenn Gott sagt, dass die Ehe für immer ist, dann meint er, dass die beiden "ein Fleisch" sein sollten, mit allen Konsequenzen (1. Mose 2:24). Sie sollten ein Leben lang zusammen bleiben❣️ - auch, wenn Probleme und Konflikte auftauchen und die Schmetterlinge nicht mehr so wild flattern


    Wenn wir nach der ersten Phase der Verliebtheit nach ein oder zwei Jahren die Fehler des anderen sehen, was sollten wir tun? "Zur Seite schieben!"


    Wen oder was? Den Partner?


    Jesus sagt hier "du liebst mich nicht mehr so, wie am Anfang" - also war hier eine ähnliche Situation wie bei Problemen in der Ehe. Zuerst hatten sie die rosarote Brille auf und dann ist nach ein paar Jahren die Liebe erkaltet.



    "Kehrt dazu zurück"


    Wenn die erste Verliebtheit weg ist, dann kehre zurück an den Anfang - verliebt dich wieder neu in deinen Partner, setze die rosarote Brille wieder auf


    Wir könnten uns fragen "wie war unser Partner als Kind?"


    Als Beispiel: ein junger Mann, der als Kind nicht am PC spielen durfte, der macht das dann als Erwachsener. So hatte man ihn kennengelernt und sich in ihn verliebt. Aber nach der ersten Phase der Verliebtheit verändert sich mit einem Mal unser Blick, mit einem Mal nervt es, dass er laufend am PC sitzt und spielt. Nicht der Partner hat sich geändert, sondern unser Blick, wie wir ihn sehen.


    Auch die Epheser haben ihren Blick auf Jesus verändert: "ihr liebt mich nicht mehr so wie zu Anfang"



    Aber immer, wenn meine Liebe zu meinem Partner nachlässt, ist es mein Job, mich wieder neu zu verlieben❣️ Nicht der Partner muss was ändern, sondern ICH! Ich muss die rosarote Brille wieder aufsetzen.


    Es ist mein Job: nicht Jesus muss sich verändern, sondern ich muss meine Einstellung zu ihm (oder zu meinem Partner) verändern.


    Verändert man sich wirklich? Was, wenn ich meinen Partner schon sehr früh kennen gelernt habe und eine Beziehung eingegangen bin? Im Laufe der Jahre wachse ich nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Was mir wichtig ist, was ich erwarte von einer Beziehung verändert sich. Habe ich dann nicht allen Grund, mich zu trennen?


    Josef war etwa 35 Jahre alt, Maria 16, als sie verlobt waren und Maria durch Heiligen Geist Jesus empfing. Wie oft werden die sich wohl verändert haben?



    Im Prinzip sagt Jesus hier zu den Ephesern: "als ihr mich kennengelernt habt, habt ihr euch in mich verliebt. Jetzt seid ihr es nicht mehr."


    Wer musste sich hier ändern? Die Epheser


    Beim Kennenlernen ist alles neu, wir sind fasziniert. Das lässt im Laufe der Zeit durch den Alltag nach, es wird alles zur Routine und dann nerven mit einem Mal selbst Kleinigkeiten.


    Viele Christen sagen "ich kenne die Bibel schon auswendig", aber meinen damit eigentlich das Neue Testament, vom Alten wissen sie nicht viel. Irgendwie haben sie im Laufe der Zeit das Interesse verloren.


    Bei unserer alten Gemeinde RockBerlin wurde viel Wert darauf gelegt, dass die Paare einen regelmäßigen "Paar Tag" haben, dass sie regelmäßig ungestört Zeit miteinander verbringen, als Paar! Das gilt auch für unsere Beziehung mit Gott - hier nennt sich dann der Paartag "Stille Zeit". So etwas festigt die Beziehung.



    Erinnern wir uns noch, was Johannes derart verändert hatte - vom Donnersohn zu einem Apostel der Liebe? Er war der einzige, der bei der Kreuzigung Jesu mit dabei war. Er sah, wie Jesus starb und sein Leben für ihn persönlich und auch für uns alle gab.


    Was ist die wichtigste Feier der Christen? Weihnachten, Ostern oder das Passah?


    Viele Christen wurden jetzt sagen "Weihnachten". Aber das stimmt nicht, wir sollten uns nicht nur mit dem Baby in der Krippe beschäftigen. Das wichtigste, was Jesus für uns tat, war dass er für unsere Sünden gestorben ist!


    Wenn wir dies immer im Sinn behalten - wie könnte da unsere erste Liebe nachlassen?

Teilen

Kommentare 2

  • Zu dem Thema "1. Liebe" haben wir dann bei den nächsten Treffen noch weitere Gedanken zusammengetragen, unter anderem, dass die Epheser hier nicht unbedingt dieselben sind, wie diejenigen, die als erstes zu Christus fanden. Denn zwischen den ersten Anfängen 33 u.Z. (bzw n.Chr.) und der Offenbarung, die in etwa 90 u.Z. geschrieben wurde, liegen in etwa 60 Jahre, das sind 3 Generationen. Die ersten sind vielleicht bereits tot und nicht mehr da...

    Das bedeutet, dass die meisten, zu denen der Geist hier redet, Jesus nicht mehr persönlich erlebt haben, es sind also Erfahrungen aus 2. und 3. Hand.

    Wie wir gestern festgestellt haben, sind daher viele scheinbar nur "Mitläufer" gewesen, Kinder, die mit ihren Eltern zu den Zusammenkünften bzw in die Gemeinde gingen, aber selbst kein persönliches Verhältnis aufgebaut hatten.

    Wie könnten diese dafür gerügt werden, eine erste Liebe verlassen zu haben, die sie selbst noch nie hatten?

    Und wie konnten diese zu etwas "zurückkehren, das sie nie erlebt hatten? Und wie kann ich die Liebe zu Gott in einem anderen wecken?

    Das haben wir dann beim nächsten Hauskreis Anfang Januar besprochen
  • Aus einem älteren Kommentar, den ich 2 vor 5 Jahren dazu geschrieben hatte:

    Außerdem sind die Umstände der Brüder so hart, dass sie aufpassen müssen, dass sie die wahre Anbetung nicht aus den Augen verlieren. Deshalb ist es so wichtig, die Liebe zu Jehova und zu seinem Wort und seiner Botschaft, die wir verkünden, in uns lebendig zu erhalten! Wie können wir dies tun?

    Um ein Feuer lebendig zu erhalten, müssen wir es immer wieder mit neuem Brennstoff füttern. Um das Feuer der Wahrheit in uns am Brennen zu erhalten, müssen wir auch immer wieder nachlegen – nicht erst dann, wenn es bereits fast ausgegangen ist. Dies können wir füttern, indem wir täglich in Gottes Wort lesen und IHN so zu uns sprechen lassen. Hören wir ihm zu, was er uns sagt und setzen dies in unserem Leben um. Überlegen wir, wie das Gelesene uns ganz persönlich betrifft und wo wir uns noch verbessern können.

    Da jeder von uns unvollkommen ist, werden wir immer wieder etwas Neues hinzulernen und ständig an uns arbeiten können.

    Eigentlich ist dies die Grundbotschaft, die Jesus an die sieben Versammlungen ausrichten ließ und somit auch an jeden von uns